Kleine Welt mit Liebe zum Detail

Quelle: Mannheimer Morgen

Von Sylvia Osthues

Der Miniaturmarkt im Luisenpark fasziniert Groß und Klein. Puppenhäuser und das passende Zubehör locken Besucher aus der gesamten Region und sogar dem benachbarten Ausland nach Mannheim.

Ganz genau hinschauen musste man am Samstag beim Miniaturmarkt im Luisenpark, um die feinen Details der kleinen Kunstwerke zu erkennen.

© Markus Prosswitz / masterpress

 

Aufregung beim Miniaturmarkt im Luisenpark: Das Licht im Normandieladen ist ausgefallen und das mit viel Liebe angerichtete Warensortiment liegt im Dunkeln. Die freundliche Verkäuferin in der normannischen Tracht ist schier am Verzweifeln. Ob sie mal beim netten Uhrmacher nebenan fragen soll, vielleicht hat der ja noch eine Lampe übrig? Oder im Blumenladen zwei Häuser weiter? “Die Elektrik ist ausgefallen, doch das haben wir gleich”, sagt Doris Scott, eine der Organisatorinnen des Miniaturmarktes, unbesorgt. Und das aus gutem Grund: Es ist natürlich kein echter Laden gemeint, sondern ein Miniaturladen, der beim Rundgang über den Miniaturmarkt in der Baumhainhalle einer von vielen faszinierenden Entdeckungen ist.

Der dritte Miniaturmarkt, den Sigrid Boulanger, Ute Haller und Doris Scott organisiert haben, bot am gestrigen Samstag klitzekleine Fantasiewelten zum Anfassen, Bestaunen und Kaufen. Unter den Staunenden war auch die zehn Jahre alte Luzie aus Esslingen. Mit großen Augen hatte sie sich einen Platz in der ersten Reihe direkt an den Puppenhäusern gesichert. “Sie ist ein glühender Puppenhausfan”, schmunzelte ihre Mutter, Ute Kisa, deutlich distanzierter. Doch auch ihr fielen die bis ins Detail gestalteten Miniaturszenen auf, die Häuser und Läden mit Leben füllten. “Da steckt viel Liebe, Charme und Witz drinnen”, meinte sie anerkennend. Mit dem “Miniaturen-Virus” angesteckt wurde Luzie von ihrer Tante: Elke Thanheiser selbst hat schon mehrere Puppenhäuser. Ihr Mann Martin, der die Häuser baut, die sie dann ausstattet, hat auch seiner Nichte Luzie ein Puppenhaus geschenkt. Mit dem Weihnachtsgeld von Onkel und Tante wollte die Zehnjährige jetzt ihr Puppenhaus möblieren, und sie hatte eine lange Liste dabei. “Wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr los von dem Hobby, dann ist man so begeistert davon, dass man nicht mehr aufhören kann, immer weiter Miniatur-Möbel, -Haushaltgegenstände, -Werkzeuge und -Bücher zu kaufen oder womöglich selbst herzustellen”, berichtete Erzieherin Margot Huber aus Ilvesheim. Auch im Haus Huber herrscht Arbeitsteilung, baut der Mann das Haus und die Frau sorgt für die wohnliche Atmosphäre.
Ob Figuren im Hochzeitskleid, spielende Kinder oder die erwähnte Ladenzeile der drei Organisatorinnen: “Die Details bei der Ausgestaltung der Puppenhäuser sind der Grund, warum die Menschen stehenbleiben und interessiert gucken”, weiß Doris Scott. Neugierige Besucher schauten Porzellanmaler Joachim Kühner aus Pleidesheim beim Zeichnen seiner Miniaturbilder interessiert über die Schultern. Die handgeflochtene Miniatur-Sitzecke aus der legendären Titanic von Waldemar Backert aus Michelau in Oberfranken wurde ebenso bestaunt wie die Miniaturgläser im Maßstab 1:24 von Gerd Felka aus einem Glasbläserdorf in Thüringen. Schon eine Stunde nach Eröffnung des Miniaturmarktes waren die handmodellierten Märchen- und Charakterfiguren von Künstlerin Silke Schloesser so gut wie ausverkauft. Aber auch die Sets zum Selbstbasteln waren heiß begehrt. So wie die über 70 Händler beim Miniaturmarkt kamen auch die mehr als 500 Besucher aus ganz Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Holland, Belgien und Italien.

Sonntag, 24.11.2013

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