Die große Welt im Kleinformat

Miniaturen-Markt: Die große Welt im Kleinformat

 Von Marion Gottlob

Hier treffen sich Menschen, die oft nicht nur ein einziges Haus besitzen, sondern gleich mehrere Häuser, dazu einige Läden und noch weitere Immobilien. Diese Häuser sind wunderschön eingerichtet, am liebsten im Oma-Stil, was – hier sei es verraten – gerade wieder hochmodern ist. Man könnte hier also prima wohnen, wenn diese Häuser nicht spezielle Puppenhäuser, in denen alles im Maßstab 1:12 verkleinert gestaltet wird, wären. Die stolzen Besitzer nennen sich “Miniaturisten”. Zu ihnen gehören Doris Scott, Sigrid Boulanger und Ute Haller, die am heutigen Samstag, 23. November, von 11 bis 17 Uhr schon zum vierten Mal einen Miniaturen-Markt in der Baumhainhalle des Luisenparks organisieren.

Viele Miniaturisten basteln ihre “Welt en miniature” selbst. Das war ein Grund, warum sich Scott zunächst nicht an dieses Hobby herangewagt hat. Dann aber schenkte Freundin Sigrid ihr ein älteres, viktorianisches Puppenhaus für Enkelin Marie – und damit war es um Scott geschehen. Es sollte keines dieser “normalen” Puppenhäuser sein, in denen häufig die Einrichtung nicht so ganz zusammenpasst, weil zum Beispiel das Mini-Bügeleisen größer ist als die Püppchen. Nein, alles sollte im Maßstab 1:12 eingerichtet sein. Eine Menge Arbeit bei sechs Zimmern! Danach war Scott so begeistert, dass sie weitere “Häuser” einrichtete, unter anderem verwirklichte sie ihren Traum vom “Haus am Strand”.

Der Phantasie sind bei den Miniaturisten keine Grenzen gesetzt: Wie auf einem “Wimmelbild” kann man nur schauen und schauen: Da gibt es Bilder von Vincent van Gogh, unter der Lupe gemalt. Man kann, ebenfalls mit der Lupe, Mini-Bücher lesen. Man kann Babyschuhe sehen, die mit Mini-Stricknadeln oder Nähnadeln gestrickt sind. Es gibt Mini-Orangen, die man öffnen kann und dann die einzelnen Scheiben sieht. Richtig kostbar sind Holzarbeiten mit originalgetreuen Einlegearbeiten. Ja, bei manchem Ofen haben die Kacheln, wie beim Vorbild, einen Sprung.

Darum geht es: Diese kleine Welt soll die große Welt originalgetreu nachbilden – manche Miniaturisten fahren extra in große Städte wie Paris, fotografieren Häuser und Geschäfte, um sie anschließend im Kleinen nachzubilden. Mal mit Pappe und Papier, mal mit Fimo-Knetmasse, mal mit Draht und Holz.

Zu dem Miniaturen-Markt werden rund 70 Aussteller aus Deutschland, Belgien, Holland und Italien erwartet.

 

Info: Der Markt der Miniaturen findet am heutigen Samstag, 23. November, von 11 bis 17 Uhr in der Baumhainhalle des Luisenparks statt.

Kleine Welt mit Liebe zum Detail

Quelle: Mannheimer Morgen

Von Sylvia Osthues

Der Miniaturmarkt im Luisenpark fasziniert Groß und Klein. Puppenhäuser und das passende Zubehör locken Besucher aus der gesamten Region und sogar dem benachbarten Ausland nach Mannheim.

Ganz genau hinschauen musste man am Samstag beim Miniaturmarkt im Luisenpark, um die feinen Details der kleinen Kunstwerke zu erkennen.

© Markus Prosswitz / masterpress

 

Aufregung beim Miniaturmarkt im Luisenpark: Das Licht im Normandieladen ist ausgefallen und das mit viel Liebe angerichtete Warensortiment liegt im Dunkeln. Die freundliche Verkäuferin in der normannischen Tracht ist schier am Verzweifeln. Ob sie mal beim netten Uhrmacher nebenan fragen soll, vielleicht hat der ja noch eine Lampe übrig? Oder im Blumenladen zwei Häuser weiter? “Die Elektrik ist ausgefallen, doch das haben wir gleich”, sagt Doris Scott, eine der Organisatorinnen des Miniaturmarktes, unbesorgt. Und das aus gutem Grund: Es ist natürlich kein echter Laden gemeint, sondern ein Miniaturladen, der beim Rundgang über den Miniaturmarkt in der Baumhainhalle einer von vielen faszinierenden Entdeckungen ist.

Der dritte Miniaturmarkt, den Sigrid Boulanger, Ute Haller und Doris Scott organisiert haben, bot am gestrigen Samstag klitzekleine Fantasiewelten zum Anfassen, Bestaunen und Kaufen. Unter den Staunenden war auch die zehn Jahre alte Luzie aus Esslingen. Mit großen Augen hatte sie sich einen Platz in der ersten Reihe direkt an den Puppenhäusern gesichert. “Sie ist ein glühender Puppenhausfan”, schmunzelte ihre Mutter, Ute Kisa, deutlich distanzierter. Doch auch ihr fielen die bis ins Detail gestalteten Miniaturszenen auf, die Häuser und Läden mit Leben füllten. “Da steckt viel Liebe, Charme und Witz drinnen”, meinte sie anerkennend. Mit dem “Miniaturen-Virus” angesteckt wurde Luzie von ihrer Tante: Elke Thanheiser selbst hat schon mehrere Puppenhäuser. Ihr Mann Martin, der die Häuser baut, die sie dann ausstattet, hat auch seiner Nichte Luzie ein Puppenhaus geschenkt. Mit dem Weihnachtsgeld von Onkel und Tante wollte die Zehnjährige jetzt ihr Puppenhaus möblieren, und sie hatte eine lange Liste dabei. “Wenn man einmal damit angefangen hat, kommt man nicht mehr los von dem Hobby, dann ist man so begeistert davon, dass man nicht mehr aufhören kann, immer weiter Miniatur-Möbel, -Haushaltgegenstände, -Werkzeuge und -Bücher zu kaufen oder womöglich selbst herzustellen”, berichtete Erzieherin Margot Huber aus Ilvesheim. Auch im Haus Huber herrscht Arbeitsteilung, baut der Mann das Haus und die Frau sorgt für die wohnliche Atmosphäre.
Ob Figuren im Hochzeitskleid, spielende Kinder oder die erwähnte Ladenzeile der drei Organisatorinnen: “Die Details bei der Ausgestaltung der Puppenhäuser sind der Grund, warum die Menschen stehenbleiben und interessiert gucken”, weiß Doris Scott. Neugierige Besucher schauten Porzellanmaler Joachim Kühner aus Pleidesheim beim Zeichnen seiner Miniaturbilder interessiert über die Schultern. Die handgeflochtene Miniatur-Sitzecke aus der legendären Titanic von Waldemar Backert aus Michelau in Oberfranken wurde ebenso bestaunt wie die Miniaturgläser im Maßstab 1:24 von Gerd Felka aus einem Glasbläserdorf in Thüringen. Schon eine Stunde nach Eröffnung des Miniaturmarktes waren die handmodellierten Märchen- und Charakterfiguren von Künstlerin Silke Schloesser so gut wie ausverkauft. Aber auch die Sets zum Selbstbasteln waren heiß begehrt. So wie die über 70 Händler beim Miniaturmarkt kamen auch die mehr als 500 Besucher aus ganz Deutschland, aber auch aus der Schweiz, Holland, Belgien und Italien.

Sonntag, 24.11.2013

Alles rund ums Puppenhaus

Ein Artikel aus dem Mannheimer Morgen

MINIATUREN-MARKT: Etwa 70 Aussteller locken in die Baumhainhalle

Viel Liebe zum Detail steckt in den Puppenhäusern, die beim vierten Mannheimer
Miniaturen-Markt ausgestellt werden.  © zg

MANNHEIM. Es ist wieder so weit: Mannheim verwandelt sich am Samstag, 23. November, von 11 bis 17 Uhr in ein Mekka für Freunde von Puppenhäusern und Miniaturen im Maßstab 1:12 und kleiner. Dann heißt es: Willkommen zum vierten Miniaturen-Markt in der Quadratestadt.

Etwa 70 Aussteller verwandeln die Baumhainhalle im Mannheimer Luisenpark dann in ein Einkaufs- und Erlebnisparadies für Bastler und Sammler von Miniaturen. Die drei “Metropolitaner” Doris Scott, Sigrid Boulanger und Ute Haller haben mit viel Einsatzfreude das ganze Jahr über nach interessanten Ausstellern im Bereich Puppenhäuser Ausschau gehalten. Ein Blick auf die Liste der Aussteller zeigt: Die Aussteller reisen aus der ganzen Republik und teilweise sogar aus dem Ausland an.

Die Veranstalter rechnen mit mehr als 600 Besuchern. Gerade auch aus dem benachbarten Ausland kommen jährlich immer mehr Besucher in die Baumhainhalle im Luisenpark. Gleichgesinnte können sich beim Miniaturen-Markt untereinander austauschen, über Erfahrungen berichten und sich Anregungen für ihre nächsten eigenen Projekte holen. Außerdem können die Freunde von Puppenhäusern und Co mit den Menschen in Kontakt kommen, die ihre geliebten Miniaturen herstellen. Der Eintritt kostet sieben Euro, für Kinder nur die Hälfte. laj

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 21.11.2013